Warte

Eine zeitliche Invarianz, ein Gefüge stabiler Vor-Urteile, das dem Messen eines Ereignisses vorausliegt.

Die Warte ist der vorgängige Standpunkt, an dem Reize überhaupt erst zusammentreffen können: der Ort des Wartens, an dem das kontinuierliche Werden der Welt für das Bewusstsein zu fester Gegenwart kristallisiert. An ihr wird ein Phänomen nicht mechanisch registriert, sondern erblickt – es erhält eine Wertung, einen unterstellten Urheber und eine Schätzung seiner Dauer. Trifft eine Erscheinung die Erwartung der Warte, wird ein Sinn erlebt; verfehlt sie sie, bleibt sie unbemerktes Werden oder wird zur Ent-Täuschung.

Bestimmungen

  • GG V1 · Rn 31
    Unter einer Warte verstehen wir eine zeitliche Invarianz, ein Gefüge stabiler Vor-Urteile, das dem Messen des Ereignisses vorausliegt. Sie ist der Ort des Wartens, an dem das kontinuierliche Werden der Welt für das Bewusstsein zum Sein, also zu fester Gegenwart kristallisiert. O…

Vorkommen